Reichslandfriede 1442

Reichslandfrieden 1442 :: Elektronische Edition Heino Speer 2010 / 2013

[Editorial]

Frankfurter Landfriedensordnung Friedrichs III. 1442, August 14 :: Elektronische Edition Heino Speer 2010 / 2013
Quelle: Quellensammlung zur Geschichte der Deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und Neuzeit / bearb. von Karl Zeumer. – 2., verm. Aufl. – Tübingen : Mohr, 1913. – XVIII, 562 S. (Quellensammlungen zum Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht ; 2) S. 260-265

[Seite: S. 260]

[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]

Vorrede

Wir Friderich von Gottes gnaden Romischer kunig zu allen Zeiten merer des reiches, herzog zu Osterreich, zu Steyr, zu Kernten und zu Crain, grave zu Tirol etc.

embieten allen und ieglichen den erwirdigen und hochgebornen unsern und des heiligen Romischen reichs curfursten, fürsten, geistlichen und werntlichen, graven, freien, herren, dienstluten, rittern, knechten, burgraven, vögten, burgermeistern, schultheissen, reten, richtern, amptluten und gemeinden aller und ieglicher stette, merkte, dorfere und allen andern, in welchen wirden, stat oder wesen die sein, unsern und des heiligen reichs undertanen und lieben getrewen unser gnad und alles gut.

Sindemalen wir von den gnaden des allmechtigen Gottes unverdinter sachen zu den wirden Romischs kuniclichs gewalts erhohet und gesatzt sein, so bedunkt uns wol billichen, daz wir unser pflichte gen meniclichem also beweisen, damit man in dem heiligen Romischen reiche frides und gemachs seliclichen empfinde.

Wann wir nu in anbeginn unsers regiments, auch ietzo nach unserer kuniclichen cronung eigintlich und menigvelticlich underweist sein und vernomen haben, daz in dem heiligen Romischen reich und sonderlich in deutschen landen vil unrats, gewalticlicher, auch anderer unzimlicher und uneerlicher angriff und beschedigung bescheen seind und noch teglichs gescheen mit rowb, mord und brand, davon das heilig reich, des wir ein merer genant sein, gar schadlichen geminnert und vil des reichs undertanen
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel] und getrewen, geistlich und werntlich personen, groß not, verderbnuß und scheden teglich leiden, als dann leider groß clag durch die lande geet, dardurch gemeiner nutz großlich geirret, geswechet und undergedrucket wirdet: so haben wir uns von der purde wegen unsers kuniclichen ampts, die wir Gott zu lobe, dem heiligen reich zu eren und durch gemeines nutzes willen auf uns genomen haben, darzu ergeben, daz wir mit allem fleiß
[Seite: S. 261] solch unrat und boß Sachen mit zeitlichem rate und mit der hilfe Gottes des allmechtigen, ouch beistand unser und des heiligen Romischen reiches getrewen nach allem unserm vermögen ze tiligen arbeiten wollen.

Und darumb durch anbringung, auch mit beiwesen und rate unser und des heiligen reichs curfursten und ander fursten, geistlicher und werntlicher, graven, freien, herren, ritter, knechte und stette, die wir dann durch si selbs oder ir mechtig sentboten darumb in sonderheit her zu uns zu komen verpott und geheischen haben, setzen, wollen und gepieten wir von Romischer kuniclicher macht, kraft und gewalt ernstlich und vesticlich mit disem brief und ermonen auch euch alle und ieglich unsers und des heiligen reichs undertanen, in welchen wirden, statt oder wesens ir seit, solcher trew und pflichte, als ir Gott, dem heiligen reiche, auch uns als einem Romischen kunig ewrm obristen herren, gemeinem nutz und euch selbs schuldig, pflichtig und gepunden seit, daz ir all und ieglich stuck, punkt und artikel dieser nachgeschriben unserer ordenung genzlich, getreulich, aufrechticlich und ungeverlich haltent, vollfurend und lobent, auch mit allen den ewren und die euch zugehoren oder der ir mechtig sind, solchs also genzlich und getrewlich zu halten ernstlich schaffet, ordnet und bestellet, als
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel] lieb ewch sei unser und des reichs swere ungnade und die pene hienach in diser unserer ordnung begriffen zu vermeiden.


[1]

Zum ersten, daz niman dem andern schaden tun oder zufugen sol, er hab in dann zuvor zu gleichen, pillichen, lantlofigen rechten ervordert. Und ob im solich recht vielleicht nit so bald, als er wollt oder begert, gedihen und widerfahren mochte, so sol er dannocht den nit angreifen noch beschedigen, er hab dann vor alles das volliclich und ganz getan und volbracht, das keiser Karls des virden seliger gedechtnuß unsers vorfaren am reiche guldin bulle in dem capitel von dem widersagen eigintlicher inhalt und außweiset.


[2]

Item ob ieman zu dem andern kuntlich und unlougembar schuld hette, hette dann der schuldvorderer burgen oder briefe, so mochte er sein schuld vordern und einbringen nach laut und sag solcher seiner brieve, und als im versprochen ist zu bezalen.
Mocht aber einer nit bezalt werden nach siner brieve laut, oder als im versprochen were, daz man in bezalen solte, und im alsdann darumb zu pfenden gepurte, der sol es doch mit dem pfand halten, so hernach geschriben stet.
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]
Doch darin unvergriffen der kaufman: die sollen an einander bezalen, auch iederman sein zinße, gulte und zehende einbringen, als dann bißher herkommen ist.


[3]

Und der also pfenden wil, sol vor, ee er darumb pfendet, an den, der im die schuld schuldig ist, schriftlich, mundlich oder under augen ervordern, in umb sein schulde gutlich oder mit landleufigen, billichen rechten unclaghaft zu machen in den nechsten zweien monaden nach solcher ermonung geleich nach einander volgende.
Und ob er in solcher zeit in obgeschribner masse nit unclaghaftig gemachet wurde, so mag er den, der im schuldig ist, und desselben habe und gut darnach pfenden und angreifen; doch daz er alsdann mit den pfanden pfantlichen gefare, also daz er dieselben pfand alle ungeverlich in die nachsten statt oder sloß treibe, da ein gerichte inne sei, das des, der angreifet und pfendet, noch des, der gepfendet wirt, nit sei. Und man sol in und die habe in demselben sloß, statt oder gerichte einnemen und darein treiben lassen und im des nit weren. Er sol auch diewile mit denselben pfanden fride und geleite darinne haben ungeverlich.

Und sein es dann essende pfand, so sol er die steen lassen drei tag und drei nachte, weren es aber andere pfande, so sol er die vier wochen nach einander die nechsten steen lassen. Und sol auch dhein mitrewter weder beute noch teile davon nemen noch nemen lassen, sunder dieselb habe sol unverruckt bei einander beleiben.

Und ist dann, daz iemand kumpt, der dieselben nam und pfande
[Seite: S. 262] außnemen wil, dem sol man si auf recht und gewißheit außgeben mit kuntschaft des richters oder des amptmans, in des gerichte sie sein, oder sol ander erber leut darzu nemen, die
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel] dabei sein. Wolte aber niman die pfand außnemen in der vorgenanten zeit, so mag der pfender dieselben pfand darnach verkaufen ungeverlich, so er turest mag, auch mit kuntschaft des amptmans, in des gerichte si gefurt sein, oder anderr erber leut daselbs.


Und dasselb gelt sol dann demselben, der gepfendet hat, an seiner schulde abgeen; und was er auch costung auf dieselben pfandung gelegt hat, die redlich ist und die er vor dem herren oder amptman des gerichts kuntlich machet, die sol im auch daran abgan. Wer es auch, daz von solcher pfandung wegen iemand gefangen wurde, dieselben gefangen sollen auch alle auf recht und gewißheit außgeben werden; und ob si der Bürgschaft und gewißheit nit einig werden mochten, was dann das gericht, darin das ist, erkennet, dabei sol es beleiben, die auch solchs, ob sein not wirdet, erkennen sollen.


[4]


Wer es auch, daz der pfender dieselben pfand nicht in das nechst sloß oder statt, da ein gericht inne were, tribe und die darin hielte, als vor geschrieben steet, so sol man das fürbaß für einen rawb halten; und wurd dann der herre oder amptman des selben sloß oder ander umbsessen angeruft, so sollen si mit iren gehilfen getreulich beholfen sein, zu frischer tat nacheilen und darzu tun, ob sie die selben pfender auch pfand in ire oder andere sloß oder gericht bringen mochten; da mocht man dann mit in gefaren nach des reichs recht, das man auch gestatten sol.


[5]

Wer es auch, daz ein pfender mit den pfanden an ein sloß keme und vorderte sich damit einzulassen, wurd er dann damit nit eingelassen, das er kuntlich machte, so mochte er die pfand daselbs steen lassen oder die furbaß aber in das
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]nechst gericht treiben. Und was er dann des schaden neme, der redlich und ungeverlich were und den er kuntlich machte, den solt im der herre oder die lewte desselben sloß, die in nicht eingelassen hetten, ausrichten. Es sol auch nieman den, die die pfender in ir sloß und gericht einlassen, darumb argen willen beweisen oder schaden zufugen in dhein weise. Wer es auch, ob ieman anders, denn obgeschriben steet, ieman zugriff tete, so sol iedermann, der des ermont oder sust innen wirt, zu frischer tat eilen und solch genomen habe mitsampt den, die das getan haben, zu recht helfen behalten.


[6]

Item so sol der ackerman und weingartman ausser seinem hawß mit seiner habe, die man zu den ackern, wisen und weingerten die zu pawen bedarf (es sei in veintschaft oder on veintschaft), auch auf den ackern, wisen und weingerten und wider heim zu hawse, und als man die frucht sneiden, wisen mein, auch die wein lesen und das infuren sol, sicher und fridlich sein. Und sol ouch niman prennen noch prantschatzen, fewr schiessen oder fewr inlegen weder tags noch nachts in dheinen weg, es sei in offner vehde, veintschaft oder on veintschaft.


[7]

Item es sollen all geistlich lewt, kindelpetterin und auch die, die in swerer krankheit sein, auch pilgrim, lantfarer, kaufleut und furlewt mit iren haben und kaufmanschaft sicher sein und nit beschedigt werden.


[8]

Item es sollen kirchen, kirchhofe und widemhofe auch sicher sein und daraus nit genomen werden, noch auch dhein weer daraus gescheen; doch ob ieman die oder die darin weren, sich understunden ze sturmen oder noten, so mocht man sich daraus weeren.


[9]

Item es sol auch furbas dhein gereisiger knechte sein, der sein aigen pferd habe, er hab dann einen herren oder junkherren oder sei einer statt diener, des oder der geprotter und gedingter knecht er sei. Und ob der knecht ichts tete wider die vor-
[Seite: S. 263] und nachgeschriben stuck, das sol sein herschaft verantwurten und widerkern. Und was sust raisiger knecht weren, die eigen pferd und nit herren oder junkherren
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]hetten, als vor geschriben steet, dieselben, auch ander knecht, die nit herren hetten oder die herren hetten, die ir zum rechten nit mechtig weren, die sollen noch mogent weder fride, trostung noch geleit haben.


[10]

Item so sollen all curfursten, ander fursten, geistlich und werntlich, grafen, freien, herren, ritterschaft, stett und meniclich unser und des reichs undertanen mit allen den iren und den sie zu gepieten haben, es seien edel, unedel, raisig knecht, hantwerchknecht, dinstknecht, pawrßknecht oder ander, ernstlich und vesticlich schaffen und bestellen, daz der dheiner in raißwise iemands oder auf iemands diene angriff oder zugriff helf tun, es sei auf wasser oder auf land, on seiner herschaft wissen, willen und gunst; solchs wir auch den obgemelten und allen andern, die nit herren hetten, den sie in sonders zu versprechen stunden, zu halten vesticlich gepieten.


[11]

Item es sol auch meniclich, es seien fursten, herren oder stette, in welchem stat oder wesen die sein, als ob begriffen ist, in iren landen, stetten und gepieten mit iren amptluten auch sust ernstlich
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]und vesticlich schaffen und bestellen, daz furo dhein gewachßner knecht, der mit merklicher krankheit seins leibs nit beladen ist und ein mussiggeer sei, auch nit erber, redlich und begenklicher leibnarung fur sich selber hab, in iren landen, stetten und gepieten weder gehalten noch gelitten, sonder versmecht und außgetriben werden.


[12]

Item es sol niman an dheinem ende geleite haben noch iemand gegeben werden, dann zu recht, außgenomen zu offen tegen, hofen und versprochen kempfen.


[13]


Item von der heimlichen gerichte wegen, nachdem und sich vil unbillicher sachen, die da nit daran gehoren, an den selben gerichten verlaufen und bißher menigvelticlich gemacht haben, dardurch, wa das lenger besteen sollt, gemeiner nutz und frid in dem heiligen reich nit wenig bekrenkt und geirret werden mochte, und darumb solchen unrat zu furkomen, so haben wir mit rate, als obgeschriben steet, unser und des heiligen reichs curfursten, fursten, stett und anderr obgemelt gesetzt und geordent, setzen, ordnen und gepieten von Romischer kuniclicher macht in kraft diß briefs, daz solch heimlich gericht furbaß mit fromen, verstendigen und erfaren luten besetzt und nit durch bennisch, veracht, uneelich geborn, meineidig oder eigen lute gehalten werde; und daz es damit dieselben anders
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel] nit halten, dann als das von anbeginn durch den heiligen keiser Karle den grossen unsern vorfaren am reich, auch durch die reformation, so der erwirdig Dietrich erzbischove zu Collen etc. unser lieber neve und curfurst, als im das durch keiser Sigmunden loblicher gedechtnuß unsern vorfaren bevolhen was, zu Arnsperg in beiwesen vil grafen, freien, herren, ritterschaft, stulherren, freigreven und freischeffen gemacht hat, geordent und gesatzt ist; besonder daz man niman dahin vordere, heische oder lade, dann die und umb die sachen, die dahin gehorend oder der man zu den eren nit mechtig sein mocht.


[14]

Wann ob iemand dahin gevordert wurd, des sein herre oder richter mechtig wer zu den eren vor im oder andern lantleufigen gerichten, und da derselb herre oder richter dem freigreven oder richter solchs zu wissen tete oder schribe, einen solchen abvorderte, und er mit zweien oder dreien andern unversprochen mannen dem freigreven oder richter trostung zu den eren obgemelter massen under iren sigeln zuschriben, so sol alsdann solch ladung absein und der sach nachgegangen werden vor dem herren oder richter, da die sach hingehort und gevordert wurd, on eintrag des freigraven oder heimlichen richters. Wa aber dem also nicht nachgegangen wurde, so sollen alle proceßen, ervolgung und gericht, die daruber gescheen weren oder gescheen wurden, ganz kraftloß, tod und ab sein, die wir auch ietzund als dann und dann als ietzund von Romischer kuniclicher macht kraftloß sprechen und urteilen.


[15]

Es sol auch dhein freigreve dheinen freischeffen machen dann die, die von rechts wegen werden mogen und die solich ir tuglicheit durch gnugsam
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]kuntschaft
[Seite: S. 264] furbringen; nemlich sollen si keinen zu schoffen machen, der uneelich geborn, iemands eigen oder sust verpunden oder zugehorig sei; die auch in des heiligen reichs achte, aberacht oder bennen, geistlichen oder werntlichen, sein, sollen si auch dheinswegs schoffen machen.


[16]

Solchs, so von dem heimlichen gericht obgeschriben stet, wellen wir von meniclich vesticlich und unzerbrochenlich gehalten werden, und gepieten darumb allen und ieglichen stulherren, freigreven und allen andern, in welchem wesen oder stat die sein, ernstlich und vesticlich mit disem brief, daz si solchs auf iren stulen und gerichten bestellen ordenlich gehalten werden. Wann wa icht dawider oder anders geschehe, so sollt der stulherre zehen mark goldes in unser kuniclich camer unleßlich zu bezalen und der freigreve sein ampt der freigrefschaft verfallen sein, auch der, der also unrecht vordrung oder verbotung erwurb, sich selbs verurteilt und seinen leib verwurket und ir ieglicher wider ere getan haben; und sol meniclich zu im richten, als sich gepurt.


[17]

Item wann auch dem heiligen Romischen reich und Dewtschen landen an der guldin und silbrein munß groß ligt und notturftig ist, daz die ordenlich gehalten und geslagen werde, und darumb so setzen wir mit rate und in maß als vor, daz die guldin munß bei den newnzehen graden veines goldes zu gemeiner lantzwerung beleibe, als dann etlich zeit
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel] gewesen ist; und sol auch die nit geringert noch hoher gemunzt werden. Wann wer anders tete, in welchen wirden, stat oder wesen der were, der sol darumb swerlich gestraft werden, als sich dann gepuren wirt.


[18]

Item von der silbrin münß wegen, wann dieselb durch gelegenheit der lande und mancherlei sach wegen nicht auf ein gemein korn durch alle lande zu bringen ist, darumb so wollen und gepieten wir, daz alle ihene, die solich silbrin munß slahen, steticlich und ordenlich schaffen geslagen und gehandelt werden. Wann wa das anders gehandelt und geslagen wurde, dann als billich were, so wollen wir das strenglich und vesticlich strafen und gestraft werden schaffen, auch nach dem und sich gepuren wirt.


[19]

Item wer der vor geschriben stuck eins oder mer uberfure, dawider tete oder darzu hulf, daz dawider getan wurde, oder der dieselben, die dawider teten, mit willen, wissen oder geverde hauste, hofte, hielde oder in zuschube, der oder die sollen wider ere und recht getan haben, auch in unser und des reichs swere ungnade und darzu ein pene, nemlich hundert mark lotiges goldes halb in unser und
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]des reichs camer und halb dem cleger oder beschedigten unleßlich und on alle gnad zu bezalen, verfallen sein. Welich auch die weren, die solich peen an golde oder gelt nit zu bezalen hetten, die sollen ir missetat an iren leiben erordnen und sol zu in nach des reichs rechten gericht werden. Es sollen auch, die zu verlieren hetten, alle ire lehen und freiheit, so si von uns und dem reich oder andern geistlichen oder werntlichen herscheften oder personen hetten, zusampt der obgenanten pene ganz, als ob solchs mit recht ervolgt were, verlorn haben. Und sollen auch der oder die solchs teten oder si geverlich hawsten, in zulegten oder si hinschuben, dheinerlei trostung, frid oder geleit haben an keinen stetten oder enden, sonder es sol und mag meniclich zu dem oder den selben macht han, si an leib und gut anzugreifen und daran nicht gefrevelt haben, gleicher weise und in aller maß, als ob si mit des reichs hofgericht oder andern zimlichen gerichten, geistlichen und werntlichen, geheischen und mit rechtem urteil verachtet und in die acht und aberacht getan weren. Und darzu so sol derselben leibe und gut nimand verantwurten noch beschirmen in dheinen wege; und in welchen gerichten si begriffen werden, so sol man si on allen intrag behalten und uber sie richten, alles bei der pene und wie vor geschriben steet.


[20]

Doch behalten wir uns als einem Romischen kunig, ob ichtzit in diser unserr ordenung hinfuro zu verendern, zu meren, zu minnern, darzu oder davon zu setzen oder die ganz oder der ein teile abzutun sich gepuren wurde nach gelegenheit der zeit und der sache, daz wir das, als doch fur sich selbs billich ist, mit rat unserr und des reichs getrewen ze
[Druck 1484 HAB Wolfenbüttel]tun haben und tun mogen, all argliste und geverde in allen und ieglichen
[Seite: S. 265] vorgeschriben puncten und artikeln genzlich außgeslossen und hindangesatzt.

Geben zu Frankfurt, versigelt mit unserr kuniclichen majestat anhangendem insigel, nach Crists gepurd vierzehenhundert und darnach in dem zweiundvirzigisten jare, an unser lieben Frawen abent assumptionis, unsers reichs im dritten jaren.

Ad mandatum domini regis in consilio.
D. Caspar notarius referens.

Index

Index